Peter Asimov

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Archive Copy: Nuremberg Review in German

High praise for Peter and other performers at the Sulzback-Rosenberg Music Festival, August 2005 [in German]

Von Helmut Fischer | 27.08.2005 | Netzcode: 10760946 

Perfektes Spiel und Einfühlungsvermögen Hochbegabte junge Instrumentalisten präsentieren sich beim Sulzbach-Rosenberger Music Festival

Sulzbach-Rosenberg. Wer beim Internationalen Music Festival (SRIMF) Preisträger ist, muss schon eine ganze Menge an Können mitbringen. Beim "Konzert ausgewählter Preisträger der Teilnehmer des SRIMF" gaben junge Nachwuchsmusiker Proben ihrer musikalischen Reife und Entwicklung. Die Alterspalette reichte dabei von zwei 7-jährigen Pianisten bis zu 18-jährigen Geigern.

Musikalische Reife

In 12 Programmpunkten wurde ein umfangreiches und vielseitiges Kammermusikprogramm vorgestellt. Dabei wurden Ensemblestücke ebenso vorgetragen wie Klavier-Solo-Darbietungen, sowie Duo und Trio-Besetzungen. Die Auswahl der Komponisten begann mit Mozart und reichte bis zu Jean Sibelius, vorgetragen von 25 Musikern. Alle Programmpunkte ließen ein außergewöhnliches Niveau erkennen, sowohl was den spieltechnischen Standart als auch die musikalische Reife betraf.

Die Dozenten hatten offenbar großen Wert auf "lehrbuchmäßige" Beherrschung der Spieltechnik gelegt. Bei allen Streichern war eine perfekte Handhaltung und eine ausgefeilte Bogentechnik zu sehen. Und die Pianisten waren in Anschlagtechnik, auch in der schwierigen Kunst des lockeren Spiels und der pianistischen "Entspannung" während des Vortrages von eindrucksvoller Souveränität.

Natürlich gab es Unterschiede in der Gestaltung und beim partnerschaftlichen Spiel in der klanglichen Abstimmung. Darunter hatten besonders der Geiger Leonid Iogansen bei der Gestaltung von Cesar Franks schöner Sonate für Klavier in A-Dur und der Bratschist Daniel Lay bei Bela Bartoks Konzert für Viola zu leiden. Beide wurden von ihrem pianistischen Partner Dmitri Rachmanov mit zu robustem Klavierspiel dominiert.

Während sich aber Iogansen dadurch den Schneid abkaufen lies, bestach Daniel Lay durch eine wahrhaft brillante Interpretation dieses tollen Stückes, das mit ständigen Rhythmus-Wechseln enorme spieltechnische Anforderungen stellt. Hier erntete der Bratscher verdient Beifallsstürme. In jedem Fall bemerkenswert die beiden jüngsten Pianisten, Igor Vassermann und Soleil Ball Van Zee, die "Drei deutsche Tänze" von Beethoven vierhändig in gutem Zusammenspiel präsentierten.

Bei der Italienischen Serenade von Hugo Wolf schienen sich die Streicher nicht so ganz wohl zu fühlen. Ganz anders beim Klavier-Quintett von Jean Sibelius, das in nur zwei Proben zu einer wirklichen musikalischen Einheit zusammenwuchs und von den Geigerinnen Kara Unal und Juliana Lynch, Young Sin Choi (Viola) Dawn Candlish ( Cello) und Pai Wai Jun am Klavier regelrecht zelebriert wurde. Die Streicher spielten mit großer Sensibilität. Das Klavier klang immer geschmeidig und passte sich dem musikalischen Geschehen intelligent an. Dieser Sibelius war wirklich eine Preisträger-Darbietung".

Die 14-jährige Tiffany Goff spielte äußerst virtuos den 3. Satz aus Beethovens "Appassionata", sehr effektvoll, und mit erstaunlicher pianistischer Leichtigkeit. Allerdings wurde sie zum Schluss Opfer ihres gewählten rasenden Tempos; wodurch Unsauberkeiten und vermeidbare "Haken" hörbar wurden.

Ein leichter Mozart

Mozarts Geist verstanden Mana Yamaguchi (Geige) und Alex Grimes (Viola) im Duo für Violine und Viola zu vermitteln. Besonders die Geigerin brachte die mozartsche Leichtigkeit und die Eleganz der Musik ins Spiel und aanimierte den Bratscher zu einer ebensolchen Leistung. Bei Mozarts Klavier-Trio KV 496 zeigten Leonid Iogansen ,Taryn Wood und Anand Nazareth eine weit fortgeschrittene Form. Sehr gut interpretiert wurde die Sonate für Viola und Klavier von Henri Vieuxtemps, von Young Sin Choi und Tatkin Oey (Klavier). Diese schwelgerische, klangintensive Musik wurde von den jungen Künstlern faszinierend dargeboten.. Aus Tschaikowskis Streich-Quartett D-Dur spielten Stani Dimitrova und Mana Yamaguche (Violine) Young Sin Choi (Viola) und Vijay Nazareth ( Cello) das wunderschöne Andante Cantabile. Hier spürte man die intensive Probenarbeit; das Ensemble war eine wirkliche Einheit.

Peter Asimov, 13 Jahre alt, ließ kraftvoll und spielsicher die Etude von Scriabin erklingen, bevor er gemeinsam mit L. Iogansen, D. Lay und V. Nazareth das höchst anspruchsvolle Klavier-Quartett von Taneyev zu Gehör brachte. Und das war nun wirklich ein meisterlicher Abschluss des Konzertes. Hier brillierte der Pianist mit variabler Virtuosität; spielerisch die Leichtigkeit seiner perlenden Läufe, geschmeidig und elegant der Anschlag. Die Streicher bildeten eine kluge klangliche Einheit.

Viel Beifall gab es für alle Mitwirkenden, für jeden gab es eine Rose und ein Präsent, und Wolfgang Niebling konnte allen für ein Konzert danken, dass in seiner Vielfalt und seinem Niveau von der hervorragenden Arbeit zeugte, die beim "SRIMF" mit den durchwegs hochtalentierten jungen Musikern geleistet wird.


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